Projekt Bandsäge

Jeder Holzwerker kennt sie und mag eine haben, die Bandsäge.
Nach 19 Jahre arbeiten mit der Kleinbandsäge Metabo Magnum BS 0633 musste eine etwas leistungsfähigere Maschine in die Werkstatt.
Die maximale Schnitthöhe die sie bewältigt, sollte im Bereich der Hobelbreite meiner ADH liegen, viel mehr hat keinen Wert und macht auch keinen Sinn,
weil Bandsägen mit zunehmender Leistungsfähigkeit auch schwerer und größer werden.
Die ideale neue Maschine war eigentlich schnell zu finden, schon vor Jahren auf der Holzmesse in Nürnberg stand eine Hema SR 400.
260mm Schnitthöhe, 210kg Maschinenmasse und insgesamt noch kompakte Abmessungen lassen das Holzwerkerherz höher schlagen.
Die Ernüchterung, bei aller Hochachtung für Hema Maschinen, war der Preis, ohne sich über ein paar hundert Euro zu streiten, und ohne das man
sich über Nettigkeiten wie stärkeren Antrieb, FU-gesteuert usw. Gedanken macht, stehen da 5000€ im Raum, immerhin 10000 DM richtiges Geld.
Sollten die größten Anschaffungen nach über 2 Jahrzehnten Holzwerken erst noch anstehen?
Nein, ganz bestimmt nicht.
Alternative wären eine Hema Garant 400 mit 240mm Schnitthöhe, leichterem Ständer und 1,1KW,
aber auch der Anbieter meines Vertrauens, Metabo hatte eine neue 505er Bandsäge mit dem Beinamen „Precision“
im Programm, eigentlich eine 450iger Maschine mit 280mm Schnitthöhe.
Eine weitere Alternative in Form einer gebrauchten Hema SR 400 oder Vorgängermaschine stellte sich nicht ein.
Maschinen mit 500, 600 und 630mm Rollen gab es dagegen oft, aber mit 300 oder gar 400kg Lebendgewicht, entsprechender
Bauhöhe sind kaum die Gartentreppe zur Werkstatt herunter zu bugsieren.
An einem freien Tag schaute ich bei einem etwas entfernten großen Maschinenhändler mit großem Gebrauchtmaschinensortiment vorbei.
Dort standen fabrikneue 500er und 600er Hema Garant, aber selbst die 500er war nicht unter gut 4000€ zu bekommen.
Im selben Raum stand eine 800er Meber, etwa 25 Jahre alt, ein echtes Monster, zwar mit Ständer in Stahlbauweise aber sonst alles Grauguß.
Rollen, Maschinentisch, die Tischaufnahme, die Oberrad-Verstellung, Grauguß wohin man schaute.
Klar diese Meber war viel zu groß, mit über 2,40m Höhe und mind. einer halben Tonne jenseits von Gut und Böse.
Zu dem freundlichen Maschinenschlosser, der mir die Maschinen zeigte und nach eigener Aussage auch Gebrauchte instandsetzt, sagte ich
„so etwas in 400er würde ich suchen“, leider konnte er mir damit nicht helfen, riet mir aber zum Abschied eine Maschine vor 1990 zu suchen.

Kaum eine Woche später fand ich in den Gebrauchtlisten des auf gebrauchte Holzbearbeitungsmaschinen spezialisierten Händlers „Graf“ in Bayern

eine 400er Bandsäge des ehem. Herstellers „Schleicher-Compactool“ Baujahr 1981.
Die Anfrage nach dem Preis und Detailbildern wurde von der Fa. Graf alsbald beantwortet.
Die kleine Maschine erinnerte in vielen Details an die große Meber von der Woche vorher, nach einigen Infos zu den Geräten der Fa. Schleicher
war sehr schnell klar, die sollte es werden.
Fa. Graf versprach einen betriebsbereiten Zustand, ich riskierte es und fuhr im zeitigen Frühjahr nach Bayern die Maschine abholen.
Dort angekommen hob der Chef die Maschine mit dem Stapler auf einen freien Platz nahe am Drehstromstecker, wo ich die Maschine sogleich
mit ein paar mitgebrachten Hölzern testen konnte.
Die Maschine mit gut 200kg hatte einen extrem ruhigen und wackelfreien Lauf, sägte am Anschlag und stand für 32 Jahre nicht mal so schlecht da.
Schnell stand sie mittels Gabelstapler auf dem Transporter, mit dem Schwerlastgurt wurde sie gesichert, so ging es Richtung Heimat.

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Mit Hilfe von guten Freunden, Greifzug, Stahlseil und Tauwerk wurde die Maschine am folgenden Tag abgeladen und in die Garage geräumt.
Ein Transport am Stück kam nicht in Frage, zu groß das Risiko auf der Treppe, also zerlegte ich die Maschine an den folgenden Abenden und trug die Teile
in die Werkstatt. Den Maschinenständer von gut 120kg fuhren wir mit der Sackkarre an den Werkstatteingang und trugen diesen zu dritt die Treppe hinab.

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Nun lagen sämtliche Einzelteile in der Werkstatt und der Maschinenständer stand daneben, das schrie gerade zu nach einer Aufarbeitung.
Nach Rücksprache mit einem ehemaligen Forumskollegen, erfahrener Maschinenschlosser war klar, die Rollenlager der schweren Gußräder sollten
erneuert werden, empfohlen wurden sog. „doppelt abgedichtete Lager“ eines Marken-Anbieters.
Diese Qualitätslager konnte ich bei meinem Arbeitgeber relativ günstig erwerben.
Zudem wurden jede Menge Inbusschrauben mit Zylinderkopf aus Edelstahl und passende Edelstahl-Hutmuttern, Unterlegscheiben, und Federringe besorgt.
Im nahen Malereinkauf bekam ich eine passende Maschinen-Grundierung und Lackfarbe in „matt/glänzend“ mit besonderer Eignung für Maschinen, so der Farben-Berater.
Nach erfolgter Reinigung des Maschinentisches kam, wie erhofft, eine gehobelte Grauguß-Oberfläche zum Vorschein, die kleine Schleicher begann zu überzeugen.

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Bei der Demontage war mir aufgefallen das die Handräder und Knäuffe der Maschine teils einen Kunststoffüberzug hatten bzw. aus Kunststoff bestanden,
diese passten überhaupt nicht mehr zur mittlerweilen geplanten Optik der Bandsäge. Fündig wurde ich bei der Firma Ganter-Griff im Online-Shop, dort bestellte ich Aluhandräder
gestrahlt mit poliertem Kranz und Sterngriffe in Alu poliert. Bei Lieferung an Privatpersonen macht Ganter zwar einen Preis-Aufschlag, schnelle Lieferung von genau dem Bestellten  lassen dies aber verschmerzen.

Auch das Tischabschlußprofil, an welchem man den Parallelanschlag fixiert, konnte nicht mehr so recht überzeugen, es war aus Kastenrohr quadratischen Querschnitts 20x20mm
und verchromt, im Bereich der angeschweißten Haltelaschen blätterte die Verchromung ab.
Die Haltebügel der Sägebandabdeckung waren aus dickwandigem faserverstärktem Kunststoff, auch hier lag eine Verbesserung nahe.
Nach Rücksprache mit  „meinem Restaurationsberater“ entschied ich mich gegen evtl. zu weichen Edelstahl, aber für sog. „gezogenes Material ST 60“.
Ein im Werkstattraum kaum zu Rost neigender Stahl mit enormer Festigkeit.
Hieraus wurde das Tischabschlußprofil gefertigt und auch die Halter der Sägebandabdeckung, was mir einige Stunden mit der Feile am Schraubstock einbrachte und weitere Stunden
händische Polierarbeit mit „Monidur“ Paste.
Allerdings wurde auch eine Verbesserung vorgesehen, ein junger Freund, von Beruf Zerspanungsmechaniker, bot mir an das Tischabschlußprofil auf der CNC-Fräse zu nuten, 13,2mm breit und 1mm tief, zur Aufnahme einer Maßskala aus Metall, die ich bei „feine Werkzeuge“ orderte.

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Mittlerweilen war nicht nur die Metallerwerkbank in meiner Werkstatt mit Farbdosen, Metallteilen und Blechdosen voller Befestigungsmaterialien belegt, sondern auch Teile der Hobelbank erinnerten an eine Maschinenreparaturwerkstatt, freilich nicht ganz so strukturiert wie bei den Profis, eher chaotisch wie bei den Hobby-Autoschraubern.

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Während ein Dutzend Blechteile und der Maschinenständer nach viel Schleifarbeit und Grundierung im 2. Lack standen, an Drähten hangen und vor Staub geschützt werden mußten,
kamen die Bauteile zur Fertigung der Fahreinrichtung. Dickwandiger Profilstahl (Kastenrohr 60x60mm) auf Gehrung gesägt, 10mm starke Flachstahlteile und Schwerlastrollen der Marke „Wicke“ mit 250kg Traglast pro Rad, dazu Edelstahl Maschinenfüße höhenverstellbar mit Alusterngriffen, belegten den Rest der Hobelbank.
Glücklicherweise konnte ich die Räder und die Maschinenfüße zu guten Konditionen erwerben.

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Ein freundlicher Moderatorenkollege von Werkzeug-News, gelernter Stahlbauschlosser in der Nähe wohnend erklärte sich bereit mit seinem transportablen Schweißtrafo hier vor Ort die Schweißarbeit am Untergestell zu übernehmen.
An diesem Tag hatte die Genko Ausleger-TBM ihre schwersten Stunden, jedenfalls in den letzten 5 Jahren.
Unter anderem mussten 21mm Bohrungen in den Profilstahl angebracht werden, das Hohlprofil wurde dann mit 60mm langen 20mm Vollwellenstücken mittels schweißen gefüllt, anschliessend mittig mit 12mm Durchgangsbohrung versehen und mit M14 Innengewinde ausgestattet. Dies alles, auch die 60mm tiefen M14 Gewinde in Vollstahl erledigte die Genko mit 60 U/min und viel Schneidöl ohne ein einziges Problem.

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Dank dem freundlichen Kollegen Janik entstand eine Fahreinrichtung wie aus einem „Guß“, sämtliche Schweißnähte wurden mit dem Winkelschleifer verputzt, noch am gleichen Abend übernahm ich die Grundierung und Lackierung in Maschinenfarbe, am folgenden Tag wurden die Räder und die 4 Maschinenfüße angebracht. Durch die verbreiterte Standfläche und der festen Verschraubung mit dem Maschinenfuß ergibt sich ein sicheres Verschieben der rund 180cm hohen Maschine und ein ebenso sicherer Stand.
Bei der Verbindung von Maschine mit der Fahreinrichtung hat sich erneut die Umlenkrolle an der Werkstattdecke und der massive Betonanker mit Augenmutter in Verbindung mit dem 500kg Jockey Greifzug bewährt, mit dem ich vor 5 Jahren die schwere Tischbohrmaschine auf ihr Untergestell hob. Auch mit gut 200kg Bandsäge wurde diese Konstellation gut fertig.

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Nachdem die, mit neuen Lagern versehenen Bandsägenrollen montiert waren, alle Handräder und Knäuffe angebracht, sowie die geänderten Bauteile am Maschinentisch und der Sägebandabdeckung montiert waren, kam der 1,1 KW leistende Alumotor wieder auf die Motorwippe.
Die gereinigten und geschmierten Bandführungen wurden montiert und auf ein 25mm breites Hema Sägeband eingestellt.

Leider konnte ich nicht am Anschlag sägen, der Sägeschnitt verlief extrem. Eine Anschlagsveränderung, auch „auf die Drift einstellen“ genannt, kam keinesfalls in Frage.
Insgesamt beschäftigte mich das 9 Abende lang, doch mein Bandsägenlatein und auch das von einigen Teilnehmern des Woodworking Forums war ziemlich am Ende.
Da mir in der Vergangenheit einige gute Einstellungen an verstellten Bandsägen gelangen, hätte ich das nicht erwartet.
Es konnte also nur an der Montage gelegen haben, wo mir wohl ein Grundsatzfehler unterlaufen war, so mein Gedanke.
Ich hatte die Halbkreisaufnahme aus Gußeisen zur Aufnahme des Maschinentisches mit Hilfe eines Stahllineals am geschweißten Maschinenständer ausgerichtet.
Seltsamerweise stand die Maschinentischkante nicht parallel zum Ständer.
Nach der vorsichtigen Demontage des Maschinentisches löste ich die 2 Schrauben der Halbkreisaufnahme ein Wenig und drehte die Halbkreisaufnahme so das deren Bohrungen
an den Schraubenschäften anlagen, so zog ich die Schrauben wieder an. Der erneut montierte Maschinentisch fluchtete nun mit der Kante zum Maschinenständer.
Das Sägeband wurde wieder aufgelegt und dabei weit weniger gespannt als teilweise empfohlen, dennoch hatte die Maschine die Versuche mit extremer Bandspannung nicht nur überstanden, sie hatte sich dabei als sehr unnachgiebig gezeigt, aber immer noch gefühlt doppelt so stramm wie ich es bei meiner alten Kleinbandsäge tat.

Ich begann mit 60mm starker Eiche, und konnte diese perfekt am Anschlag sägen, danach wechselte ich auf 150mm Eiche, die ebenso gut gesägt werden konnte, keinerlei Neigung zum Verlaufen mehr.ein 240mm Eichenbrett konnte ich am Anschlag in absolut gleichmäßige Starkfurniere von 4 mm sägen, bei dieser Holzstärke, die das obere Ende der Möglichkeiten der Maschine markiert zeigte sich dann ein deutlich reduzierter Sägefortschritt.
Die begrenzenden Faktoren sind hier schnell ausgemacht, 1,1 KW und knapp 1100 m/min Bandgeschwindigkeit, markieren keine Spitzenwerte.

Die Elektrowerkstatt meines Arbeitgebers wechselt manchen Antriebsmotor vorsorglich um absolute Betriebssicherheit zu gewährleisten.
So gelang ein 2,2KW Grauguß Motor eines deutschen Markenherstellers, ziemlich eingestaubt aber voll funktionsfähig in diesen Wechselturnus, diesen Motor bewahrte ich vor der Entsorgung, was mir nicht sonderlich schwer fiel.
Doppelte Leistung bei gleichem Motordurchmesser bedeutet auch doppeltes Drehmoment, das würde erlauben die Bandgeschwindigkeit zu erhöhen und dennoch mehr Durchzug zu haben. Die Übersetzung wurde so geändert das knapp 1400 m/min erreicht werden, ein Wert den auch die Hema SR 400 etwa bietet, optional ist diese Maschine auch mit einem 2,2 KW Motor orderbar, was mich insgesamt in meinen Planungen bestärkte.

Leider baut der 2,2 KW Graugußmotor gut 40mm länger als der 1,1 KW Alumotor, und so passte ersterer nicht mehr auf die Motorwippe, die eben nicht nur den Motor aufnimmt, sondern auch dazu dient den Übertragungs-Keilriemen zu spannen.
Es musste eine neue Motorwippe gefertigt werden, hierzu musste zunächst 3mm Stahlblech abgekantet werden, eine Arbeit die zufriedenstellend nur an einer professionellen
Abkantbank gelingt.

Manchmal dauert es bis man geeignetes Blech, die passende Zuschneidevorrichtung und die nötige Abkantbank findet.
Irgendwann gelangte ein passendes Blech, die zukünftige Motorwippe in meine Werkstatt.
Tobi, der Sohn eines Lehrkollegen und sehr guten Freundes, mit dem ich seit geraumer Zeit ebenfalls Freundschaft und eine gemeinsame Werkzeug und Werkstatt-Leidenschaft hege,
ist mittlerweilen erfahrener Zerspanungsmechaniker der auch in seiner Freizeit in der eigenen Werkstatt auf ansehnliches Metallbearbeitungsequipment zurück greifen kann.
Er fertigte die Verlängerung des Drehpunktes der Motorwippe, professionell und passgenau, so das erneute Schweißarbeit am bereits endlackierten Maschinenständer entfallen konnte.
Ebenfalls von Tobi kam der neue Absauganschluß, der den gebrochenen Übergang aus Kunststoff ersetzt. Die Teile bekam ich mit dem Anschlußkasten-Deckel des 2,2KW Motors von ihm sandgestrahlt zurück, ein Zustand bei dem sogar das Grundieren Freude macht.

Den “ neuen“, starken Motor mit geänderter Übersetzung montierte ich selbst und da der Absauganschluß noch nicht ganz trocken war verzichtete ich für den 1. Probeschnitt mit der
erstarkten kompakten 400er Schleicher, auf eine Staubabsaugung, die Versuchung war einfach zu groß.
Schnell wurde ein sehr trockenes Kiefernbrett passender Breite auf 240mm gesägt, die alte und funktionierende „Meccard“-Bandführung erlaubt etwas weniger Schnitthöhe als die Modelle von Hema und APA, der Parallelanschlag auf 4mm Abstand zum gespannten Sägeband eingestellt und eingeschaltet.
Das Gefühl welches die sehr ruhig und wackelfrei laufende Maschine beim Sägen vermittelt ist nur schwer zu beschreiben, jeder leichte Vorschubdruck wird in Schnittlänge umgesetzt, mit einer Leichtigkeit die nur dem berühmten heißen Draht in Butter vergleichbar scheint und dies bei aktuell max. Schnitthöhe von 240mm.
Mit einer weniger ausladenden Augen-Durchführung beim Übergang der Höhenverstellung Bandabdeckung zur Bandführung wären sicher 255mm Schnitthöhe möglich.
Eine Nachrüstung auf Hema Bandführungen habe ich mir deshalb fürs kommende Frühjahr vorgenommen.

Die Oberflächengüte des Sägeschnittes im Kiefernholz ist nur an wenigen Stellen unterbrochen, wo ich den Sägevorschub meinerseits kurz abstoppte um zu schauen das alles i.O. ist, ich traute diesem leichten Vorwärtsdrang regelrecht nicht ganz, was aber völlig unbegründet war.
Ansonsten ist die Oberfläche sehr viel glatter als ich es je von einem Bandsägeschnitt erwartet hätte.
Verwendet wurde ein zahnspitzengehärtetes Hema Band mit 3 ZpZ und 0,5mm Bandstärke, mit den erwähnten 1400 m/min Bandgeschwindigkeit.
Die etwas über 1000 U/min der gußeisernen Bandsägenrollen schaden den doppelt abgedichteten Lagern keinesfalls, die würden sogar ein mehrfaches an Drehzahl verkraften wurde mir von fachkundiger Seite versichert.

Bevor ich Euch die Bilder der gesamten Überarbeitung nun zeige, ein paar Worte zu den Erkenntnissen:

Gezählt habe ich sie nicht, aber insgesamt dürften es 80-100 Std. Arbeit meinerseits gewesen sein, zugegeben bin ich wahrlich kein Maschinenschlosser und verfüge auf diesem Gebiet auch nur über wenig Erfahrung. Für die unterm Strich stehende Summe, die ich absolut nicht nennen möchte, hätte man eine neue Importmaschine evtl. sogar eine oder zwei Nummern größer bekommen. Ganz sicher keine aus europ. oder deutscher Fertigung. Einzig die kompakte 400er Meber, dessen Namen einige zentrale Graugußteile der Schleicher tragen, würde den Preis sogar unterbieten, doch weit gefehlt.
Auf der Ligna in Hannover war ich in diesem Frühsommer auch bei Meber, wo mir eine eher jämmerliche kaum 100kg „Blechkasten“-Kopie der Schleicher gegenüberstand, dessen einziges Gußteil offenbar der Maschinentisch war, auf Nachfrage des Fertigungsstandortes wurde mir „Fernost“ genannt.
Sehr ansehnliche Maschinen aus europ. Fertigung beginnen bei Meber, heute, leider erst bei 500mm Rollendurchmesser.

Nun stellt sich große Zufriedenheit bei mir ein, obgleich noch einige Feinheiten bzw. Kleinigkeiten angebracht werden müssen, so u.a. die Aigner Tischanschlußprofile zur Aufnahme von Zubehörtischvergrößerungen. Ich freue mich auf die ersten Schubladenseiten, oder Schranktürfüllungen vom Maschinentisch der 400er Schleicher Compactool.

Nachdem ich bei der Suche nach einer gebrauchten Bandsägemaschine auf violett lackierte Hema Maschinen und weiß gefärbte Kölle Bandsägen gestoßen bin, war der Gedanke der freien Farbwahl geboren, Insider wissen was jetzt kommt:
Die Maschine erhielt 3 verschiedene Farben und wie könnte es anders sein, Grundfarbe Maschine ist RAL 6009 Tannengrün, unbearbeitete Gußseiten erhielten Hammerschlag-Silber und einige ganz wenige Teile wie das untere Ende des Sägebandschutzes die Bandsägerollen und der Lüfter des 2,2 KW Motors wurden RAL 3000 Feuerrot lackiert.
So entstand eine 400er Schleicher Compactool mit einem Hauch von „Magnum-Style“, das mag mancher kritisieren, ich stehe dazu, es passt in meine Werkstatt und zu mir.
Danke das war es an Infos, viel Spass beim Bilder-Schauen und spart nicht an Kritik.
Diese Dokumentation ist für mich aber auch für Euch, werkzeugbegeisterte Holzwerker und Maschinen-Freunde, schaut, fragt nach und baut Euch Eure Maschine neu auf, es ist nur ein Weg der hier gezeigt wurde, es gibt sicher noch viele andere, es muß aber keine Trennbandsäge von Hema, Kölle oder Zimmermann sein.

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An dieser Stelle möchte ich allen danken mit deren Hilfe das Projekt Bandsägen Restaurierung erst möglich wurde, stellvertretend für viele Helfer nenne ich hier einige Namen,
Tobi+Thomas, Transport, Metallarbeiten an Fräse und Drehbank, Janik Forumskollege aus Werkzeug-News perfekte Schweißarbeiten an Fahreinrichtung und div. Halterungen, Karlheinz Beratung in Sachen Motortechnik und Beschaffung sowie Übersetzungsänderung, Sebastian Maschinenschilder und Design, meiner Frau für moralische Unterstützung und Abholung der Maschine und natürlich dem Webmaster Patrick der das alles wieder mal online stellt.
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Kapitel 1: Die Basis

Kapitel 2: Die Demontage

Kapitel 3&4: Die Aufarbeitung

Kapitel 5: Sonderteil Drehen

Kapitel 6: Bandspann- u. Verstelleinheit

Kapitel 7: Schleifen/Lackieren

Kapitel 8: Der Zusammenbau

Kapitel 9: Sonderteil Fahreinrichtung

Kapitel 10: Aufstellen

Kapitel 11: Inbetriebnahme

Kapitel 12: Zusatzausstattung

Mit den Hema Sägebandführungen FSO und FSU 40 sägt die Schleicher Bandsäge noch etwas leiser, die Führungen lassen sich noch präziser einstellen
und erlauben nun auch etwas mehr Schnitthöhe, 255mm sind nun der größte Durchlass.

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